Hundebegegnungen – und was wir tun können, um sie entspannt zu gestalten

Aktualisiert: 25. Juni 2019

Wir haben kürzlich folgendes erlebt und möchten euch mit unserem Beitrag eine Hilfestellung für entspannte Hundebegegnungen geben:

Ein Mann kam uns mit seinem Labrador entgegen. Der Hund hatte uns schon aus der Ferne wahrgenommen und zog sein Herrchen schnurstracks in unsere Richtung. Die beiden nährten sich mit hoher Geschwindigkeit und flatternden Ohren (zumindest die des Hundes flatterten).

Noch etwa 50 Meter:

Der Mann fing an wild zu winken und zu rufen - wir vermuten es war etwas in Richtung: Der tut nix.

Um unseren Hunden zu vermitteln, dass wir keinen Kontakt, zu dem was uns da entgegenkam, haben wollen, sind wir auf das mittlerweile wild fuchtelnde Herrchen und den auf zwei Beinen laufenden Labrador weiter zugelaufen, haben jedoch versucht! einen Bogen um beide zu machen, um den beiden wild gewordenen auszuweichen.

An dieser Stelle möchten wir kurz anmerken, dass Hunde sich niemals frontal und mit hoher Geschwindigkeit aufeinander zubewegen würden.

Wie gesagt, wir haben versucht einen Bogen zu laufen, jedoch schienen wir eine magische Anziehungskraft auf den Mann mit seinem Hund zu haben. Denn dieser verließ ebenfalls den Feldweg und lief uns nun in der Wiese entgegen...

Noch ca. 20 Meter:

Wir wechseln also wieder von der Wiese auf den Feldweg, um weiterhin unseren Hunden und dem Mann mit seinem Labrador zu vermitteln: Wir wollen keinen Kontakt.

Ihr könnt euch denken, was nun passiert ist. Richtig! Zack, da waren die beiden ebenfalls wieder auf dem Feldweg. Aber dieses Mal mit einer neuen Taktik. Denn sie blieben stehen und waren nun auch in Hörweite. Der Mann rief uns zu: lassen Sie Ihre Hunde los, meiner will spielen.

Anmerkung: sein Ernst?!? Sein Ernst! Dieser Mann hatte beschlossen, dass sein Hund, der wie eine Dampfwalze in der Leine hing und vor lauter Aufregung einen Kamm bis zum Mond stellte, will jetzt spielen und wir haben uns dem zu fügen.

Es gab nun zwei Möglichkeiten für uns.

Nr.1: wir drehen um und laufen eine andere Strecke.

Leider hätte uns dies einen Umweg von 5km gekostet, daher kam es in diesem Fall nicht in frage. Wir raten an dieser Stelle aber jedem dazu umzudrehen, der sich der Konfrontation nicht gewachsen fühlt. Es hat weder etwas mit Schwäche zu tun, noch vermittelt man seinem Hund dadurch, dass man nicht in der Lage ist ihn zu führen!


Nr.2: wir laufen weiter.

Hierfür haben wir uns auch entschieden. Dieses Mal sind wir jedoch einfach links in die Wiese abgebogen und zwar so übertrieben weit, dass auch der letzte verstanden hat, dass wir keinen Kontakt wollen.


Der Mann fand dies natürlich gar nicht nett und meckerte noch ein wenig hinter uns her. Aber wisst ihr was? Das war uns egal! Es ist nicht unsere Aufgabe, jedem Menschen seine Wünsche zu erfüllen und es ist auch nicht eure Aufgabe das zu tun! Aber es ist unsere Pflicht, unsere Hunde zu führen und ihnen Schutz zu geben. Und genau das haben wir in dieser Situation getan. Wir sind uns sicher, dass dieser Mann nicht in böser Absicht gehandelt hat, er tat dies aus Unwissenheit. Denn für viele ist ein aufgeregter, sich wild gebärdender Hund ein glücklicher Hund. Aber mal rein objektiv betrachtet: Macht es meinen Hund glücklich und zufrieden, wenn er einen Puls von 180 hat und unter absolutem Kontrollverlust leidet? Tut es ihm gut, mit diesem Aufregungslevel in eine Artegnossenbegegnung zu gehen? Mal ganz abgesehen davon, was es in dem anderen Hund (und auch seinem Halter) auslöst, wenn sich ein solcher Hund ihnen nähert? Nein! Das ist absolut nicht im Sinne des Hundes.

Wie weiter oben schon beschrieben, nähern sich Hund respektvoll, indem sie in einem angemessenen Tempo und versetzt (im Bogen) aufeinander zulaufen.

Und das mindeste was wir tun können, ist doch unseren Hund artgerecht zu führen und ihm dieses respektvolle Verhalten nicht zu nehmen.

Nicht jede Hundebegegnung verläuft so, wie diese. Es gibt haufenweise tolle und großartige Hundebesitzer, die im Sinne des Tieres handeln und Hundebegegnungen dann zulassen, wenn es passt. Und genau dazu raten wir euch.

Versucht euch folgendes für Hundebegegnungen zu verinnerlichen:

- atmet weiter! Vielen Menschen, die bereits in unschöne Situationen geraten sind, stockt der Atem, wenn sie einen Hund am Horizont entdecken.


- lauft weiter!

Entweder bleibt ihr euer Richtung treu oder ihr dreht auf dem Absatz um und geht einen anderen Weg. Stehenbleiben oder das Tempo verlangsamen bedeutet für den Hund (sowohl für den eigenen Hund, als auch für den entgegenkommenden Hund), wir wollen Kontakt.

Und da ihr diesen momentan nicht wollt, solltet ihr in Bewegung bleiben.

- keinen Blickwechsel zwischen dem eigenen Hund und dem entgegenkommenden Hund und auch seinem Herrchen oder Frauchen.

Ihr signalisiert hiermit eurem Hund nur, dass euer Interesse dem entgegenkommenden Hund und Halter gilt und ihr ihn darauf aufmerksam machen wollt. Am besten ist es, wenn ihr euch für das Weiterlaufen entschieden habt, den Blick etwas zu senken, um auch hier wieder körpersprachlich zu signalisieren: wir wollen keinen Kontakt.

- lauft einen Bogen!

Höfliche Hunde würden dies auch tun. Jeder Hund hat hier seine Individualdistanz, wenn ihr sie noch nicht kennt, werdet ihr es nach ein paar Wiederholungen herausfinden.

- Tempo erhöhen!

Nachdem ihr nun weiterhin atmet, in Bewegung geblieben seid, keinen Blickkontakt aufgebaut habt und im Bogen lauft, könnt ihr auch noch das Tempo erhöhen. Ihr zieht quasi euren Hund mit. Natürlich nicht mit der Leine, sondern mit euer kompletten Körpersprache, die jetzt sagt: wir wollen keinen Kontakt!

- Leine locker lassen!

Wir wissen, dass dies vielen Menschen extrem schwer fällt, aber eine straffe Leine erzeugt Spannung und Spannung führt zu Aufregung. Also haltet eure Leine ganz normal fest. Schließlich lauft ihr einen Bogen und selbst wenn euer Hund durchstarten sollte, ist die Leine trotzdem noch kurz genug um den Hund bei euch zu halten.

- nicht sprechen!

Weder mit dem eigenen Hund, noch mit eurem Gegenüber. Wir wollen ja schließlich gerade keinen Kontakt.

Ist das unhöflich? Wir finden nein! Wie oft kommt es vor, dass Menschen uns nicht Grüßen und wie oft sitzen wir dann abends auf dem Sofa und zerbrechen daran?


Egal ob ihr die Dampfwalze an der Leine habt oder euer gegenüber, in beiden Fällen ist es sinnvoll den Hund in dieser Situation, wie oben beschieben zu führen und ihm das Gefühl von Ruhe, Gelassenheit und Schutz zu vermitteln.



Probiert’s aus!

390 Ansichten
  • Facebook - Weiß, Kreis,
  • Instagram - Weiß Kreis
  • YouTube - Weiß, Kreis,

© LakeDog - Akademie für Mensch & Hund GmbH

Hauptstr. 60, 88699 Frickingen | info@lakedog-coaching.de | 07554 - 3520101